„Archipel der Leidenschaften“ oder: Hätte es Karl gemocht?

Ein Podcast und Buch mit tiefsinnigem Glamfaktor

Text und Gestaltung: Gerda Friedel

Lesung mit Autoreninterview bei Bayern 2 radioTexte

Charlotte Casiraghi, 33, Tochter von Prinzessin Caroline von Monaco, und ihr Philosophielehrer Robert Maggiori, 72, haben gemeinsam – sie nennen es vierhändig – ein Buch über die „kleine Philosophie der großen Gefühle“ verfasst. Was an sich schon recht glamourös klingt, hört sich noch wunderbarer bei Bayern 2 an, denn dort wurden zwei Leseproben mit Autoreninterviews und Musik vertont. Beide Lesungen sind unter Bayern2 radioTexte abrufbar
(Folge 1: 21. Januar 2020,
Folge 2: 28. Januar 2020).

Wer sich dem Genuß des Podcasts hingibt, der merkt bereits beim ersten Kapitel über die Liebe, dass sich die Autoren sehr tief in die Emotionalität ihrer Themen begeben.

„…Schweigsamkeit ist die Sprache der Liebe, meint der heilige Franz von Sales -, ein unhörbares, heimliches Flüstern, wie um die Beziehung der Liebenden inniger, unübertragbarer und einzigartiger werden zu lassen“ (Casiraghi, C., Maggiori, R., 2018, p. 25).

(Foto: Charlotte Casiraght by Alexis 2013)

Das poetische Bild eines Archipels:

Gefühle wie Liebe, Hass, Gier, Geiz oder Extase bilden kleine Inseln, “ die innerhalb eines fest umrissenen Bereiches von einem magnetischen Strom des Verlangens umflossen werden“
(Casiraghi, C., Maggiori, R., 2018, Klappentext).

Dabei fasziniert nicht nur die tiefsinnige und dabei unterhaltsame Wort- und Gedankenwahl der Autoren, sondern die gelungene Verknüpfung mit philosophischem Hintergrundwissen von Epochen und Denkern wie Freud, Kant, Aristoteles, Heidegger, von Aquin und vielen mehr.

Wer wie ich die Philosophie verehrt und gleichzeitig sein Wissen über sie erweitern möchte, dem empfehle ich das Buch wärmstens. Nach dem Podcast freue ich mich in dieser – zugegeben nicht gar so kleinen – Lektüre (immerhin 342 Seiten) weiter zu schmökern.

Picture by annie harada 2019

Und nun zu Karl:

In einem ihrer Interviews zum Buch erklärt Casiraghi , dass sie schon als Kind Stunden schmökernd in Karl Lagerfelds grandioser Bibliothek zubrachte. Deshalb lässt sich die Eingangsfrage, ob Karl das Buch gemocht hätte, bestimmt mit einem Ja beantworten.
(Foto: annie harada, 2019)

Quellen:

Aus dem Französischen:
Casiraghi, C., & Maggiori, R. (2019). Archipel der Leidenschaften: Kleine Philosophie der großen Gefühle. München: Beck C. H.

Bayern 2 radioTexte:
https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiotexte/charlotte-casiraghi-ueber-leidenschaften-100.html

Glamourjungle: How it All Started

Are We Too Old to Be Digital Stars?

Why 50+ is a real challenge on the internet

Meme by Gerda Friedel (2019)

My friend Christine and I are enthusiastic Instagrammers and Facebookers, and we keep each other updated on lifestyle issues on the internet. Recently, we came up with the idea of starting a blog or a YouTube channel, something like the European version of Gwyneth Paltrow’s goop.

Our qualifications are good: Christine is a fashion designer, and I am a writer—so why not? Christine and I have posted and blogged for fun for some time, but now we want to get serious and really rich.

But as I started researching how to succeed, I soon came across a cruel reality: Making money on the internet does not go together with our age group and gender—and that’s quite frustrating.

Be male, be young!

For instance, Forbes magazine ranked the highest-paid YouTube stars in 2018, and all ten were male vloggers, gamers, and influencers under thirty, with yearly earnings from $14.5 to 20 million (US).


#9: PewDiePie
2018 Earnings: $15.5 million

Despite a backlash last year after a rash of anti-Semitic videos, advertisers have returned, shelling out up to $450,000 for a sponsored video.

— on Felix Kjellberg, alias PewDiePie (Forbes)

Demographics might explain where their followers come from. In the Pew report “Social Media Use in 2018,” the youngest adults stand out in their social-media consumption: “Some 88% of 18- to 29-year-olds indicate that they use any form of social media.” But of the Americans surveyed, the percentage went down for 30- to 49-year-olds (78%) , dropping to 37% for those 65 and over.

Women in different age groups

Meme by Gerda Friedel (2019)

Baking vlogger Rosanna Pansino, one of the highest-paid young female digital stars at 33 years old, didn’t even make the 2018 Forbes list. Still, she has 11 million subscribers on YouTube and 4.1 million on Instagram.

Meanwhile, older vloggers like Dominique Sachse or Monique Parent merely have 870,000 YouTube followers and 146,000 on Instagram—or 250,000 subscribers on YouTube and 26,000 on Instagram—respectively.

The number of subscribers and views count, because they determine the amount of income and attention from sponsors.

Is it our fault?

Meme by Gerda Friedel (2019)

The British blogger and YouTuber Helen Redfern has addressed ageism directly in A Bookish Baker with posts such as “Why aren’t over-40 bloggers as visible online?” One reason she names is a lack of self-promotion among older bloggers, because “promoting our blog posts and our videos feels boasty.”

Older bloggers, especially women, can feel intimidated, too, worried that the world out there isn’t really interested in their voices. In a recent post, “Is there ageism in blogging?,” Redfern writes:

“In blogging we have the really young women, possibly into beauty and fashion. Then we have the career woman forging a fantastic online career.  Then we have the parenting women; the new mums. But then what?

Establish a voice

Too old …are we? Photo by Gerda Friedel

Redfern puts it this way in another post: “You have to market yourself.”

As reported by Pew, 64% of those aged 50 to 64 are social-media users. In my view, that’s not far from the 88% of those under thirty, and it doesn’t justify a revenue gap of several million dollars.

If there’s a market for young influencers, then why isn’t there a community that addresses more mature issues, too?

It’s time for people like Christine and me to roll up our sleeves, be confident, and get started.


Gerda Friedel

Gerda Friedel, M.A., is currently pursuing a master’s degree in journalism and a certificate in biotechnology at Harvard Extension School. Her specialization is writing about Type 1 diabetes. She is also a freelance English teacher and amateur painter. This text was originally published in a Harvard class magazine: http://designingstoriesfortheweb.com/are-we-too-old-to-be-digital-stars

Winter Glam Day

Glam Sounds and Sunny Winter Days

von Gerda Friedel

Heute morgen war sie da: die Sonne!

Mein sonniger Platz im Wintergarten. Photo by Gerda Friedel (2020)

Trübes Winterwetter in Deutschland kann aufs Gemüt schlagen, aber dieser Tag verspricht puren Glamour. Ich zelebriere solche winterlichen Highlights, indem ich wann immer möglich die Augen schließe, mein Gesicht in die Sonne halte und die wärmenden Strahlen auf meiner Haut spüre.
Ich atme dabei tief ein und aus und fühle: Life is good!

Make it glamorous

Morgens, bevor mein Tag es so richtig losgeht, gönne ich mir ein Basic Makeup aus Puder, Rouge und Wimpertusche – und zwar immer! Ein bischen Glamour täglich ist ein Muß!

Photo by Gerda Friedel (2020)

An so einem schönen Morgen darf auch die tägliche Coffeetime besonders zelebriert werden.

Sunny Glamour Sounds

On top, meine Playlist für diesen Winter Glam Day mit ganz viel Sonnenschein und Songs, die mich so richtig glücklich machen:

Enjoy the Music

Lass die Sonne rein…
Where’s the California sun?
Ich will auch Frau Depenbusch in Jimmy Choos sein!
So schön groovy …
Old school und zeitlos gut

Traum oder Alptraum digitale Bohème? Aus dem Leben einer Fashiondesignerin

Was ist die digitale Bohème?

Vor über zehn Jahren beschrieben die beiden Autoren Holm Friebe und Sascha Lobo in ihrem Buch „Wir nennen es Arbeit“ die Arbeitswelt der „Digitalen Bohème“. Sie machten eine neue Spezies von Kreativen und Selbstständigen aus, die mit Hilfe neuer Technologien ortsungebunden arbeiten und somit selbstbestimmter leben. Als Vision wurde eine Vernetzung dieser kreativen Gemeinde zu einem leistungsstarken Kollektiv jenseits der Festanstellung aufgezeichnet.

Wahre Begeisterung (Artwork by Christine Dahlmanns)

Die Ästhetik des Mülleimers

Ich kenne Iris jetzt seit über 20 Jahren. Sie ist genial, die beste Modedesignerin, die ich kenne und dank meines langjährigen Weges in der Modewelt kenne ich einige Designer. Sie ist innovativ, begeisterungsfähig, sehr begabt und arbeitet seit Jahrzehnten selbstständig. Ihre ganze DNA scheint nur aus Farben, Stoffen und den neusten Modetrends zu bestehen.

An einer Bushaltestelle auf der Donnersberger Brücke in München geht sie zum Beispiel vor einem abgeblättertem alten Mülleimer andächtig in die Knie und schwadroniert begeistert von seinem Vintage-Camouflage Dessin welches „total hip“ wäre. Ich stehe leicht bedröppelt neben ihr und mir wird mal wieder klar, daß mir einfach die nötige Genialität fehlt um dieses trendweisende Gebrauchsobjekt als solches zu dechiffrieren und im Anschluss daran auch angemessen zu würdigen. Die 9 anderen Menschen, die mit uns an der Haltestelle stehen spiegeln meinen verständnislosen Gesichtsausdruck wieder, wobei bei den meisten noch ein kleiner Anflug von Panik zu erkennen ist angesichts meiner enthusiastischen im Strassendreck knieenden Freundin, welche sich ganz offensichtlich im Zwiegespräch mit einem Mülleimer befindet.

Die Freiheit des neuen Arbeitens (Artwork by Christine Dahlmanns)

Wie wird man zum Mitglied im Club ? Ein Fallbeispiel

Über die Jahre international unterwegs, Jobs in Frankreich, Schweiz oder den Niederlanden war Iris prädestiniert als Mitglied der digitalen Bohème. Zumal sich auch der Workflow vom künstlerischen Entwurf auf dem Papier (man kennt die hübschen Modezeichnungen von Wolfgang Joop – und ja, Iris kann das genauso gut) hin zu sogenannten „flats“, vektorialen Skizzen eines flach auf dem Boden liegenden Kleidungsstückes, erstellt in einem Grafikprogramm, entwickelte. Das Arbeitsgerät wurde immer kleiner und Iris konnte sich sehr bald ihr geliebtes Mac-Book unter den Arm klemmen. Hurra, diese Freiheit! Diese Unabhängigkeit! Ich kann von überall aus arbeiten! Im Café, am Badesee, in meiner Ferienwohnung in Nizza, in der Sauna….naja, fast.

Man muss Prioritäten setzen! (Artwork by Christine Dahlmanns)

Die verzwickte Sache mit der Freiheit

Das die Geschichte mit der vermeintlichen Freiheit ein zweischneidiges Schwert ist verdeutlicht eine kleine Anekdote, die bereits einige Jahre zurück liegt. Meine Hochzeit sollte in Zanzibar stattfinden und Iris als meine Trauzeugin nahm gerne den weiten Weg nach Afrika auf sich, da sie ja „selbstbestimmt und überall arbeiten könne“. Das klitzekleine Problem ist nur, dass sie das auch so an die Modefirmen transportiert hat und sie fortan einfach auch überall arbeiten musste. Das Wort „Urlaub“ ist im Business als Selbstständiger ja sowieso ein ähnliches Schimpfwort wie „Wochenende“. Es ist tatsächlich ja auch egal wo man ist, Hauptsache man ist toujour erreichbar und liefert. So saß also Iris am Tag meiner romantischen Trauung unter Palmen noch vormittags am Pool und arbeitete hektisch unter enormem Zeitdruck an einer Kollektion, weil sie ja den Nachmittag ausfallen würde. Sie hatte sich mit Sonnencreme eingeschmiert in ihrer Hektik aber vergessen sich diese im Gesicht auch einzureiben. Verwundert betrachteten andere Reisende die offensichtlich schwer gestresste Iris mit ihrem komplett weißen Gesicht. Auf meinen dezenten Hinweis bemerkte sie nur mürrisch, dass sie unmöglich mit ihren Fingern diese Creme verteilen könne, weil dann das Mac Book leide und am Ende nicht mehr funktionieren würde und sie dann nicht mehr ARBEITEN könne. Heroisch saß sie also die irritierten Blicke ihres Umfeldes aus. Fünf Minuten vor der Trauung war sie auch da, ohne Sonnenmilch im Gesicht, chapeau! Während eines privaten Insel-Ausfluges im Rahmen der Feierlichkeiten blieb Iris allerdings sowohl bei der Gewürzplantage als auch beim altehrwürdigen Markt lieber alleine im alten VW Bus ohne Klimaanlage sitzen, als ihr Notebook wahlweise alleine im Hotel oder im Auto zu lassen, oder es gar der Gefahr auszusetzen außerhalb des faradayschen Käfigs geklaut zu werden. Am Schreibtisch wäre das zumindest kein Thema gewesen.

Digitaler Eskapismus (Artwork by Christine Dahlmanns)

Cuba libre!

Über die revolutionären Vorteile der Digitalisierung brauche ich hier nicht sprechen, auch der Traum vom ortsungebundenen und freien Arbeiten ist erstrebenswert. Ich selbst könnte mir nicht mehr vorstellen anders zu leben. Und mit mir sind es knapp 1,5 Millionen Selbstständige und somit gut 500 000 mehr als noch vor 10 Jahren. Gerade in den freien Kulturberufen und dem Beratersegment boomt dieses Modell. „Die digitale Boheme verzichtet dankend auf einen Anstellungsvertrag und verwirklicht mittels neuer Technologien den alten Traum vom selbstbestimmten Arbeiten“ wie es bei Sascha Lobo so schön hiess. Frei nach Brecht ist das Credo der Solo-Selbständigen „ich will unter mir keine Sklaven haben, über mir keinen Herren“. Doch wenn Du Dein eigner Herr bist, sei dir doch wenigstens manchmal ein guter Herr!

Michael, der Mann von Iris scannt nun seit einigen Jahren jedes Jahr den Globus mit dem Anspruch neue Ecken ohne durchgängiges W-Lan oder Internet Cafes zu finden. Die beiden sind die letzten drei Jahre nach Kuba gefahren. Iris ist hier in der Lage ihren Kunden einigermaßen glaubhaft zu versichern, dass es kaum W-Lan gäbe und sie so leider, leider die nächsten zwei Wochen nicht arbeiten könne.

Die Serengeti ist auch noch ganz gut. Oder der Himalaya?

New York Urban Jungle

Picture by htmvalerio

MoMA is closed for the summer?
Re-open it online

For many New Yorkers and tourists alike, the city’s museums are a welcomed retreat to escape the city heat on hot summer days. One of the most famous museums, the Museum of Modern Art (MoMA), is closed until October 20, in case you’re planning a visit. Still, the museum has more to offer than a tour of its exhibits.

Online options

On the MoMA website you can find free online classes for art lovers on different subjects like photography, fashion, design, abstract painting or teaching strategies. Scroll down to the very buttom of the MoMA homepage to ‚Research and Learning‚ and click on it. Once you’re on ‚Research and Learning‘, you can click on ‚Online Courses‚ and you’re right there.

Learn about fashion

Since I love fashion and art, I decided to check out ‚ Fashion as Design‚. Let me mention here that once you click ‚Register for this course‘ you’re redirected to coursera. Registration is for free, but you can also get a certificate, which is 43 USD.
(BTW: I decided to go for the certificate.)

Want to know more about my online experience with ‚Fashion and Design‘? Stay tuned…

Let’s Talk About Style: What is It?

Blonde poster boys of the right: The Donald, Boris and Wilders, photo by Simon Elgood

Vanessa Friedman, fashion director and chief fashion critic for The New York Times, asked in opinion-piece: „Are we in for an era of rumpled men?“ What she adressed was a seemingly new trend ,“in a world where casual Fridays, the pre-eminence of the tech uniform and the rise of street wear has freed everyone to de-stuff their suits“. In politics, President Donald Trump, and British prime minister Boris Johnson may be just the beginning of ’sloppy style looking awfully good‘. If that is the case, is there a universal truth about style? And what is style anyway?


Tini,
you are a savvy fashion designer,
what is style in your opinion?

„I think style goes beyond clothes. Style is so much more than fashion, because it’s an overall impression. Style is my very unique individual choice of how I want to present myself and how I eventually want to be understood by others.“

Style goes beyond clothes –
color your portrait in your personal style

Personal style

„Talking about personal style, you should first be aware of the fact that you already have one. Personal style does not only imply clothes but also the way you move, talk, and everything that reflects your own taste –  and you’ve surely developed taste over time. But yes, fashion can help transport your personality to the outside. You can use it as a personal paintbox to color your portrait.“

Less is more

When we think about ‚buy less‘ – a philosophy, which Vivienne Westwood wonderfully proclaims and interprets, in my view – I often wish that I could better resist the temptation of bargain hunting, buying clothes just for distraction or from an impulse and turn to quality materials and classic styles instead. Have you ever felt bed after buying too much? I can tell you that I have…

But buying one new piece might also be the key to reinterpret your wardrobe, like this pair of sunny yellow trousers I bought the other day. I love combining it with navy blue – looks gorgeous on me, I think.

On the other hand: How can I escape my – admittedly bad – urge for shopping binge? And will we have to deal with more ’sloppy style‘ in politics in the future?

Let me ask Tini…

To be continued …

Prague re-visited

A wonderful encounter after more than 40 years

Prague in 1979, photo by Petershagen
Old book of prayer, picture by Gerda Friedel, 2019.

The first time I visited Prague must have been in 1979 – I was a teenager – and not so enthusiastic about visiting the ‚eastern block‘. I remember my uncle Jiri showing us around. In my memory the city was gloomy, shabby, and quiet except for some main streets on which you would find the majority of cars. The signs of communism were everywhere: I still see myself crossing Charles Bridge along with only a handful of other tourists. Prices were incredibly low, also because of favorable exchange rates: I bought an old book at an old-town antique shop for a few cents – my dad took us to a fancy restaurant, we had the waiter all for ourselves, and paid literally nothing for a five-course lunch. Souvenir shops were full of stuff noone wanted nor needed…

And then I returned to the Golden City this summer to find out things had totally changed

I stayed at the Four Seasons Prague – a perfect starting point for a walk through the old town’s maze of winding cobblestone streets. Charles Bridge, the castle and the old town are only a stone’s throw away. I enjoyed breakfast on the hotel terasse with a panoramic view of the castle and its surroundings.

Prague streets, photo by Gerda Friedel (2019)
Backyard cafe in Prague’s old town, photo by Gerda Friedel (2019)
Backyard art gallery, photo by Gerda Friedel (2019)
Abysnth Cafe, photo by Gerda Friedel (2019)
Prague mural, photo by Gerda Friedel (2019)

The dusty communist atmosphere vanished long ago; today the city is full of shops, cafes, restaurants, bars, museums and night life. After a long day of walking, shopping and visiting art exhibitions, I was glad to return to my wonderful Prague retreat.

Four Seasons Prague Lobby, photo by Gerda Friedel (2019)

Mission: Erstes Dschungel-Date „in style“

Wie erobere ich mir den Dschungel als Fashionista

Kurzes Etuikleid von „Naughty Girl“, Hut mit leo bandeau von „Hallhuber“

Das Abenteuer ruft nach mir! Überlege ernsthaft mich ab heute „Indiana Jane“ zu nennen

Die Halbinsel Yucatan in Mexiko ist ein echter „Sehnsuchtsort“ für mich. Sie steht für romantische Nächte in wild tropischer Umgebung (bitte nicht zu wild!) und aufregende Tage mit fantastischen Dschungelentdeckungen. Der Flughafen in Cancun allerdings hat nichts davon. Ich überlege mir angesichts der komplett synthetischen, us-amerikanischen Atmosphäre spontan in bittere Tränen auszubrechen. Wo Bitteschön bleibt hier mein erwarteter wildromantischer Glamour? Ich entschließe mich gegen die demütigende Zurschaustellung meiner bodenlosen Enttäuschung, gehe mit, wie ich hoffe, möglichst vernichtendem Blick an Burger King vorbei direkt zum Avis Schalter. Mein Ziel ist der Highway 180D West Richtung Merida, der mich hoffentlich ins gelobte Dschungel-Land führen wird. Widerwillig muss ich zugeben, dass es mir nicht komplett unangenehm ist auf einer fast menschenleeren 4-spurigen Autobahn dahin zu düsen – die Eroberin von heute muss schliesslich mit der Zeit gehen. Dass die Autobahn nur deshalb so wenig genutzt wird, weil es eine Gebühr gibt, versuche ich gepflegt auszublenden. Ich konzentriere mich auf mein erstes Ziel: Die Maya Ruinen von Uxmal. Und die sind? Yes! Mitten im Dschungel!

Uxmal/ Yucatan. Schuhe „Pretty Ballerina“

Warum Indiana Jane (manchmal) ein Ballerina-Fan ist

Als (zugegebenermaßen selbsternannte) Fashionista liebe ich natürlich meine High Heels abgöttisch. Aber angesichts der sehr steilen, dafür aber extrem schmalen Stufen der mexikanischen Pyramiden habe ich mich schweren Herzens zum Verzicht entschlossen. Weil ich mich aber nicht wirklich dazu durchringen kann Sneaker außerhalb des Gyms zu tragen, müssen es eben Ballerinas sein. Und ja, ich weiss, dass Sneaker absolut trendy sind, aber mein störrisches inneres Fashion-Tier übt sich nach wie vor in klassischer Verweigerung. Ich bleibe dran! Also Ballerinas, denn, Ladies, es ist absolut notwendig die Pyramiden komplett zu erklimmen. Nur von ganz oben kann man das wunderbar geheimnisvolle Grün ganz überblicken und sich hoffnungslos in den Dschungel verlieben. Den Romantikern sei hier logischerweise noch der Sonnenuntergang ans Herz gelegt. Aber irgendwann fordert auch der profane Hunger sein Recht und es wird Zeit sich zu unserem Dinner in der Hacienda Uayamon aufzumachen (km 20 Carretera Uayamon-China_Edzna).

Privater Luxus Dschungel: Hacienda Uayamon

Schwelgen im Luxus-Dschungel auf einer alten Sisal Hacienda

Die historische Hacienda hatte das Glück als exquisites 5-Sterne Resort wieder geboren zu werden. Mit einem geradezu unverschämt einzigartigem Flair und unschlagbarer melancolischen Atmosphäre ausgestattet. Um diesem Dschungeltraum gerecht zu werden, gilt es alle Styling-Register zu ziehen. Nachdem ich mir eine erfrischende Dusche in meinem großzügigem halboffenen Badezimmer gegönnt habe, entscheide ich mich für ein langes Kleid. Wir wollen es den blutdürstigen Moskitos schließlich nicht zu leicht damit machen, unsere Beine zu verunstalten! Und ja, endlich kann ich mich auch wieder auf vertraute Absatzhöhen schwingen, wobei mich der nahezu naturbelassene Dschungelpfad zum Haupthaus doch den Kompromiss zu Wedges eingehen lässt.

Wie wär´s mit Rooftop-Dining vom Allerfeinsten? Kleid mit Wasserfall-Ausschnitt „Nicowa“ /Wedges im Phytonlook „Paul Green“

Träume süß, Jane!

Erfüllt von meiner neuen Liebe zum Dschungel und, nicht zu vergessen, vom recht üppigem mexikanischen Nachtmahl falle ich erschöpft in meine weissen, kühlen Laken. Herzlichen Dank an dieser Stelle dem überdimensionierten Deckenventilator, der sofort mein Herz gewonnen hat. Beim Einschlafen bekomme ich nur noch ansatzweise mit, dass der Dschungel draußen keinen Zapfenstreich kennt. Die Afterwork-Party der Affen, Frösche und Vögel startet erst jetzt richtig durch. Was soll’s! Die Spinnen und Skorpione, die auf ein Gutenacht-Lied von Indiana Jane gehofft haben, sollen sich eben morgen wieder anstellen.

Der riesige Caiba Baum vor dem Haupthaus. Der Weg rechts führt zu einem legendären Pool.

Guten Morgen, lieber Dschungel!

Ich wäre keine echter Entdeckerin, wenn mich am nächsten Morgen nicht die bloße Neugierde kreuz und quer durch die alte Sisal-Fabrik mit all ihren Gebäuden treiben würde. Bewaffnet mit Sonnenmilch, einem romantischen Roman und meiner Kamera und natürlich versehen mit stylischer Sonnenbrille, mache ich mich auf den Weg durch Gelände. Mein unfehlbarer Instinkt leitet mich schon nach kurzer Zeit zu einer Ruine, welche ein zweites Leben als Poolhouse geschenkt bekommen hat. Ein traumhafter Platz, wenn man noch eine Weile im Schatten zu arbeiten hat. Ein weiterer, nicht zu unterschätzenderTrostspender könnte ein perfekt gemixter Gin-Tonic sein, den uns die dienstbaren Hacienda Geister jederzeit gerne zur Seite stellen.

Einmaliges Outdoor Office inklusive Wlan.

Aber was soll ich sagen? Mich lockt der unwiderstehliche Pool….

Der Pool flutet einen Teil der alten Stallungen.

Der unverzichtbare Bikini muss her.

Es ist definitiv Zeit den glamourösesten Bikini anzuziehen, den meine Reisegarderobe zu bieten hat. Schließlich spiele ich hier die Hauptrolle in meinem eigenen Dschungel-Epos! Der Pool ist in den Überresten einer beeinduckenden Halle integriert. Diese außergewöhnliche Location verleitet mich dazu die Zeit komplett zu vergessen und mich dem magischen Ort den ganzen Tag über hinzugeben. Zeitverschwendung ist wirklich was Anderes!

Im Inneren des Poolhouses. Bikini mit goldenen Kettenelementen „Juicy Couture“

Folge dem Ruf des Dschungels!

Wenn unser Entdeckerblut uns dann allerdings keine Ruhe mehr lässt und sich nach neuen Abenteuern sehnt, sollte man sich einmal mutig in eine sogenannte „Cenote“ wagen. Diese sind oft kreisrunde, teilweise sehr tiefe Naturpools die Teil des gigantischen unterirdischen Höhlensystems sind, welches die Halbinsel Yucatan durchlöchert wie Schweizer Käse. Man kann sich wunderbar im glasklaren Süßwasser erfrischen und angesichts der imponierenden Tiefe dieses außergewöhnlichen Swimmingpools überkommt mich ein angenehmes, abenteuerliches Prickeln. Ja, exakt so sollte sich Indiana Jane fühlen!

Glasklares Wasser führt in Yucatan Unterwelt.
Am Ende unsere Top Five Liste. Don’t go without!

Lovely Urban Jungle

24. JUNI 2019 VON TINI

Wanna play my favorite game?

Let´s go get lost in an urban jungle!

Lost in an old Palazzo : Abaco (Dress by Sportalm)

A perfect location

I’m in love with real-world adventure games. My favorite one can be played for hours all by myself, never bored nor lonesome. You could play it in many cities, but I prefer the old town of Palma de Mallorca, because it’s got ideal conditions. The so-called „Casco Antiguo“ is enclosed by the „Avenidas“, which are kind of a multilane ring road. Crossing the avenidas at any point is where the game starts.

Our playing field – Old Town Palma de Mallorca

What are the rules?

Once you have bravely crossed the avenidas, there is only one rule to follow: Never walk a familiar road. If you feel like knowing where you are must instantly choose the next unknown „calle“. Our aim is to get lost and loose ourselves in the tangle of small lanes. You can’t get lost forever because you will immediately recognize when you leave the playing field by hitting one of the broad avenidas.

Cross the river and let the fun begin! (Torrent de sa riera)

Switch off your mobile and eyes wide open!

Now let´s enjoy our spirit of discovery and all the hidden secrets on our odyssey. And there a many of them, like small library vintage cafes, old city palazzos, hidden gardens, graffiti art and other treasures. This old town is full of them and it invites you to generously indulge in those hidden gems. Be silent and listen to the whisper of the old walls. Don´t cheat on yourself and squint with one eye on your cell phone. Only use it for pictures – there’s an abundance of motifs….

Individual art here and there on your way, mingling with real life traces

The countless architectural pearls, which one cannot overlook.

impressive Art Nouveau architecture on every corner
Another beautiful example

Giant imaginative streetart along with tiny graffitis, which only open up to you when you take a close look. 

Huge wall painting near the railway station versus…
…small and tiny art items along my way somewhere in a small pedestrian zone

The secret gardens in old town

Palma has always been a prosperous place. A wonderful luxurious remnant are the ancient courtyards of former city mansions, which often can be seen from the outside. Some of them are private, but many of these gems belong to hotels and cafes and you can drop by, take a little break and rest your feet. Frankly, who wants to skip the high heels in the evening?

Lovely banana tree waving hello to me from a private courty yard. (dress Polo Ralph Lauren)
Fantastic garden in the heart of the city.

A hard working explorer needs a break

One of the best things on our urban jungle trail are all those tempting little cafes and tapa bars everywhere. When its getting harder and harder to resist you should pamper yourself with some cava or delicious ice coffee. Decision-making is a hard job at that point, but you are the master of your game. So why not have a second break?

Cava at Bar Cuba (Shirt by Rene Lezard)

Who said shopping is not allowed?

After we have strengthened ourselves we’re back on track. And there is this inner voice calling „shopping!“ But better put this „play extra“ to the end of your game unless you go for home delivery. Handy jungle prey is not the problem of a real conquerer…

Some extraordinary ideas for interior furnishings. And yes, the bathtub is absolutely vintage!

‚Winners only‘ in the getting-lost game

Every single corner we discovered feels like ours. We captured the place with all our senses and, of course, with our grousing feet. But remember? Indiana Jane loves ballerinas. And did I mention she loves taxis as well? It doesn’t cost a fortune in Palma to be generous to yourself, enter a cab at any point of the city and finish the game. Just have the address at hand, where your beautiful hotel rooftop pool is waiting for you. Oops, wait, have you bought a bikini?

Rooftop swimming pool at „Protour Naisa Hotel“

KATEGORIEN

How to conquer the jungle by taking the first step

Illustration by glossygerda (2019)

As  a decent citizen, I need to do all kinds of paperwork like declaring taxes, paying bills, filling in forms and so on. I feel like each time I’ve finished one nerve-wrecking project, the next one miraculously shows up on the horizon. And there is this pile of unopened letters on my desk staring at me each time I pass by.

photo by Gen Hagiwara
photo by glossygerda

These are the times when I may have my personal jungle trauma: My troubling thoughts would turn into branches and lianas closing in on me, pushing me down into shock-like paralysis.  Like a jungle tigress I would sneak around my pile of papers as if it were a toxic spider.

Does that sound familiar to you?

Over the years I’ve learned there is much truth in the saying that ‚every journey starts with the first step.‘ My step number one is opening the first envelope. That’s all it takes. The second step, which is opening the second envelope, is way easier. With each letter opened, my heart gets lighter and lighter.

Easily said, but not so easily done.

I know from experience that although this may sound easy, in fact it isn’t. But before you start any displacement activities like doing the dishes, you might turn to some mindful breathing meditation and you can try visualizing how good it feels to have made the first move. You will feel significantly relieved and find yourself in the middle of the jungle, knowing your way – you might even be able to see some exotic flowers or the sun shining through the leaves.


Enjoy free online breathing meditations at the UCLA Mindful Awareness Research Center or at the Relaxation Room from Harvard University Health Services


Practicing my first-step strategy works in many fields of my life, whether it be in creative processes like painting or in my academic life as a journalism graduate at Harvard Extension School.

„Dream high and start with one humble step…

you’ll be amazed where it takes you.“